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Pressetext
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Pressetext
Mehr als die Summe aller Teile ...
Die Stadt Pulheim ist eine Flächengemeinde. Zwölf sehr unterschiedliche "Stadtteile",
jeder mit besonderen Qualitäten, die ihn vor den anderen Gemeindeteilen
auszeichnen, wurden zu einer Verwaltungseinheit zusammengefasst. Die
jeweiligen Ortsteile präsentieren sich kleinteilig strukturiert
und durchzogen von Markierungen, die Besitz- und Eigentumsverhältnisse
anzeigen oder Funktionszonen definieren. Mauern, Zäune, temporäre
oder permanente Grenzarchitekturen, bestehend aus Pollern, Pflanzkübeln
und sonstigem Mobiliar, bilden ein Gestaltungsvokabular der Verhinderung
von nicht gewollten Nutzungen. Ansprüche, die sich aus dem Besitz
von oder Eigentum an Grund und Boden ableiten, werden bis in den öffentlichen
Stadtraum ausgeweitet.
Städtische Identität als Teilhabe aller Bürger/innen an
einem Gemeinsamen lässt sich aus Gesten des Ausschließens
und des in (privaten) Besitz Nehmens allerdings kaum herstellen. Nur
durch gemeinschaftliches Handeln können sich gemeinsame Traditionen
und damit Spuren einer integrativen Identität in einer Stadtgesellschaft
entwickeln, die sich dann in der erfahrbaren Stadtlandschaft als ein "Bild
der Stadt " ablesen lässt.
Durch die Blume
Gegeben sei die Stadt in allen ihren Teilen als eine Spielfläche,
deren Felder durch die vorhandenen Besitz- bzw. Eigentumsgrenzen definiert
sind. Wie könnten nun die Regeln eines Spiels aussehen, das diese
Grenzen zwar nicht einreißt, sie aber trotzdem überwindet
und zumindest temporär einen gemeinsamen, quasi "grenzenlosen" öffentlichen
Stadtraum herstellt?
Das Projekt Blume 2004 schlägt folgendes vor: Die Bürger/innen
der Stadt Pulheim werden eingeladen, die Stadtbild.Intervention 2004
mit zu tragen und zu formen, indem sie einen Teil ihres Rechts auf die
selbst bestimmte Gestaltung ihres Besitzes bzw. Eigentums im Projektzeitraum
der Gemeinschaft überlassen: Sie werden zu Mitspieler/innen, wenn
sie eine gewisse Menge Blumensaat der Sorte Gartenmohn, die über
das Projekt "Blume 2004" kostenlos zur Verfügung gestellt
wird, auf ihrem Grund und Boden aussähen und bis zur Blüte
hegen und pflegen. Während der Blütezeit wird im Rathaus der
Stadt Pulheim eine Ausstellungswand als öffentliche Fläche
zur Verfügung gestellt, auf der fotografische Aufnahmen der selbst
gezogenen, blühenden Pflanzen hinterlassen werden können.
Stadtbilder
Das Projekt "Blume2004" konstruiert sich damit zum einen
im Stadtbild als temporäres Punkt-Muster, das während der Blütezeit
privates und öffentliches Grün überschreibt, so dass über
alle Grenzen hinweg ein Bild der Stadt als räumliche Figur und lebendige
Gemeinschaft durch dieses verbindende gestalterische Element gezeichnet
wird. Zum anderen visualisiert sich "Blume2004" im Rathaus,
dem Sitz der Verwaltung und der demokratisch gewählten Repräsentant/innen
der Stadt, im klassischen Ausstellungsformat als Präsentation der
eingereichten Fotografien.
Fazit
Sollten – was kaum vorstellbar ist – im Sommer 2004 keine
der verschenkten Blumen in den Gärten blühen und sollte die
Bilderwand im Rathaus leer bleiben, wäre das immer noch eine präzise
Beschreibung des Zustands der Pulheimer Stadtgesellschaft – ebenso
wie dadurch eine Aussage gemacht würde über die Zukunftsfähigkeit
der Vision eines "grenzenlosen" öffentlichen Raums in
gemeinschaftlicher Verantwortung belebt und gestaltet.
Akteure:
Jeder und jede kann mitmachen! Ob Vorgarten, Pflanzkübel oder Balkonkasten;
Wiese, Feld oder öffentliche Grünfläche, alle sind zur
Teilnahme eingeladen: Privathaushalte, Geschäftsleute, Gewerbetreibende, öffentliche
Einrichtungen und Institutionen, Schulen, Kindergärten, Vereine
Ablauf:
1. öffentliche Projektvorstellung im Rahmen einer Vortragsveranstaltung
am Mittwoch, dem 24. 03. 2004 um 19.30 Uhr im Ratssaal des Rathauses
der Stadt Pulheim, Alte Kölner Straße 26
2. Verteilung des Saatguts: Blumensamen der Sorte Gartenmohn werden über
die Wochenzeitung "Wochenende" in der Ausgabe vom Mittwoch,
dem 21. 04. 2004 an Privathaushalte verschickt. Sollten einzelne Haushalte
nicht erreicht werden oder sollte ein Mehrbedarf bestehen (z.B. bei Vereinen, öffentlichen
Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten etc.) können Tütchen
mit Saatgut auch im Rathaus in der Kulturabteilung, Zimmer 13 - 15 abgeholt
werden.
3. Tag der Aussaat: Am Sonntag, dem 25. 04. 2004 um 16 Uhr gibt Bürgermeister
Dr. Karl August Morisse den Startschuss für die Aussaataktion. Im
Innenhof des Rathauses werden die ersten Mohnsamen in die Erde gebracht.
4. Hege und Pflege während der Wachstumsperiode (Mai bis Juni)
5. Sammlung von Dokumentationsfotos auf einer öffentlichen Fotowand
im Rathaus ab Ende Juni. Letzter Einreichungstag für Fotografien
ist Sonntag, der 05. 09. 2004. (Fotos, die für die Jurierung (s.
6.) in Frage kommen sollen, müssen mit Absender/innen-Daten versehen
werden!!!)
6. Jury: Sechs der eingereichten Dokumentationsfotos werden von einer
Jury ausgewählt und im Format einer Postkarte für Pulheim reproduziert
7. Erntedankfest: festlicher Abschluss des Projektes am Sonntag, dem
17. 10. 2004 ab 16 Uhr im Rathausinnenhof (bei schlechtem Wetter im Foyer)
- Grußwort: Bürgermeister Dr. Morisse,
- Vortrag zum Thema Stadt und Identität: Prof. Dr. Werner Sewing,
Universität der Künste, Berlin
- Eröffnung der "Fotoausstellung" sowie Sammlung der nunmehr
neu gezüchteten Pulheimer Mohnsamen im Rathaus
- Präsentation der neuen Pulheim-Postkarte und des Katalogs zum
Projekt
Kontakt:
Rathaus der Stadt Pulheim/ Kulturabteilung
Alte Kölner Straße 26
D-50259 Pulheim
Auskunft erteilt: Angelika Schallenberg
02238 808188
Web-Präsenz: http://www.blume2004.info
post@blume2004.info
Gefördert durch das Ministerium für Städtebau und Wohnen,
Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Unterstützt von:

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